Bornaviren können Augen schaden - Photic Headshaking

Das Bornavirus wandert bekanntlich in Nervenfasern (Axiomen) durch den Körper und auch ins Gehirn.

Bei der Eintrittspforte am Riechkolben gelangt das Virus auf direktem Weg ins limbische System. Dort befindet sich eine bevorzugte Stelle im Gehirn, wo das Bornavirus sich vermehrt in den verschiedenen Neuronenschichten, vor allem aber im Hippocampus.

Dieses läßt sich nachweisen mit Bornavirus-spezifischem Eiweiß in immun-dispologischen Schnitten.

Von hier aus wandert das Bornavirusmaterial zentrifugal in die Peripherie des Körpers, wiederum über die Nervenfasern.

 

Hier gelangt das Bornavirus auch über das Chiasma Opticum in den Sehnerv (nervus optikus) und vor von hier in die Netzhaut. Aus experimentellen Untersuchungen an Kaninchen, Ratten und Rhesusaffen ist bekannt, dass das Bornavirus eine Nervenschädigung in der Retina verursachen kann. Gleiches muss beim Pferd, das die natürliche Infektion trägt, angenommen werden.

 

Entzündungserscheinungen in Pferdeaugen können außerdem zu fibrinösen Ablagerungen im Innenaugenbereich führen. Die Mondblindheit kann damit zusammenhängen. Wenn das Bornavirus über den nervus opticus in die Netzhaut gelangt, kann es zu einer Überreizung der Stächen im Auge kommen. Diese Ereignisse hängen sehr wahrscheinlich mit dem klinischen Syndrom zusammen.

Obwohl diese Zusammenhänge wissenschaftlich nicht genau untersucht sind, muss analog zum experimentell infiziertem Tier auch beim Pferd von ähnlich pathologischem Mechanismus ausgegangen werden.

Diese Überlegungen sollten bei Pferdehaltern, Züchtern und Tierärzten großen Raum in der Diagnostik von Augenkrankheiten beim Pferd einnehmen.
Quelle: Ludwig 2009